
Warum wir unsere Infrarotheizungen einem „Feuchtigkeitsstress-Test“ unterziehen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt dichten Dampf, gelegentliche Wasserspritzer – und die Temperatur kann in Sekundenschnelle von eiskalt auf kochend heiß wechseln.
Auf der Verpackung finden Sie oft die Bezeichnung „IPX5“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gerät einem Wasserstrahl aus jeder Richtung standhalten kann. Doch das ist nur ein Laborwert – in der Realität ist das nicht immer der Fall. Deshalb unterziehen wir jede Charge Geräten solchen Tests, um herauszufinden, wo tatsächlich Defekte auftreten.
Der Kampf gegen Dampf
Flüssiges Wasser lässt sich leicht stoppen. Doch Dampf schon eher nicht. Wasserdampf findet selbst die kleinsten Ritzen, durch die keine Flüssigkeitströpfchen passen würden. Er dringt in das Gehäuse ein, setzt sich auf die Verbindungen zwischen den Komponenten ab und beginnt, das Metall zu zerstören. Um dies zu verhindern, nutzen wir Belastungskammern, um den Prozess zu beschleunigen. Wir erhöhen dabei die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sodass die Dichtungen ständig erweitert und zusammengezogen werden.
Falls eine Dichtung nicht richtig sitzt, wird es während dieser Prozesse zu Leckagen kommen. Wir möchten das lieber schon im Labor feststellen, anstatt dass Sie erst nach sechs Monaten feststellen müssen, dass Ihre Deckenlampe defekt ist.
Der „Kaltwasser-Effekt“
Infrarotlampen werden extrem heiß. Wenn man anschließend unter kaltem Wasser steht, sinkt die Temperatur der Luft um die Lampe sofort. Dadurch entsteht ein Art Vakuumeffekt, der feuchte Luft in das Gehäuse zieht. Das ist ein gefährlicher Punkt, an dem Defekte auftreten können. Wir kümmern uns intensiv darum, dass genügend Abstand zwischen den Komponenten besteht, damit etwas Feuchtigkeit keinen Kurzschluss verursacht.
Das Gleichgewicht finden
Man könnte meinen: „Einfach alles luftdicht versiegeln und fertig.“ Leider ist das nicht so einfach. Wenn wir das Gerät zu fest verschließen, können die inneren Komponenten nicht mehr atmen. Sie überhitzen, und die Kondensatoren gehen kaputt. Es handelt sich dabei um ein gewisses Gleichgewicht – das Gerät muss gleichzeitig wasserdicht genug sein, um in einem feuchten Badezimmer zu funktionieren, aber auch groß genug offen sein, damit die Elektronik nicht überhitzt. Das erfordert etwas Experimentieren – aber es ist die einzige Möglichkeit, sicherzustellen, dass die Lampe wirklich lange hält.